Von Veranstaltungen zu twittern, v. a. wenn es um Social-Media-Events geht, ist mittlerweile Standard. Auch das sonntagabendliche Twittern zum Tatort oder zu anderen Fernsehsendungen und Fußballspielen ist für viele eine Bereicherung. In der Kulturbranche findet das Twittern von Tagungen und sonstigen Veranstaltungen allmählich Eingang. Spezielle Twitter-Events, die sogenannten Tweetups, werden derzeit v. a. in und mit Museen organisiert und sind im Kommen. München, Berlin, Wien, Köln oder Frankfurt sind einige der Städte, in denen Tweetups in Museen, meist auf private Initiative hin, organisiert werden. Die Idee dahinter ist einfach: Menschen im realen Leben zusammenzubringen und andere „twitternd“ für ein Museum begeistern. Und was in Museen funktioniert, funktioniert auch in anderen Kultureinrichtungen.

Warum ein Tweetup organisieren (lassen)?

Nach dem Sinn gefragt, lauten die Antworten

  • mehr Aufmerksamkeit,
  • Neugierde auf das kulturelle Angebot wecken,
  • Steigerung der Reputation,
  • höhere Reichweite und vor allem die Möglichkeit,
  • mit dem Blick hinter die Kulissen Vertrauen aufzubauen, das letztlich in neuen Fürsprechern für die Kultureinrichtung münden kann.

Kultur vermitteln und Fürsprecher gewinnen

Event-Twittern (egal ob von PK, Tweetup oder Tagung) ist immer auch eine Form der Kulturvermittlung, weil die Follower das Erlebte/das Gehörte unmittelbar, in Echtzeit weitergeben. Der Reiz solcher Aktionen liegt immer auch darin, dass sich in der „Twitter-Gemeinde” Gespräche und Diskussionen entwickeln und sich mitunter auch verselbstständigen. Plötzlich hat man nicht nur inhaltlichen Input, sondern auch eine große Reichweite.

Tweets zur Pressekonferenz des Städel Museums anlässlich der Eröffnung des Erweiterungsbaus


Neue Dialogpartner erreichen und neugierig machen

Da Externe twittern, können sich auch Kultureinrichtungen, die über keinen eigenen Twitter-Account verfügen, an Tweetups beteiligen. Wenn viele Externe twittern, die dazu noch über eine große Anhängerschaft verfügen, erreichen die Inhalte auch Menschen, die sich bislang (noch) gar nicht für die Kultureinrichtung interessiert haben. Diese Follower werden zwangsläufig auf die Kultureinrichtung gestoßen; im besten Fall leiten sie die Tweets weiter, so dass der Twitter-Schneeballeffekt entsteht.

Was sollte beachtet werden?

Hashtag: Zunächst muss ein eindeutiger Hashtag, so wie etwa #ktwpffm für die Kultur-Tweetups in Frankfurt, festgelegt und bereits im Vorfeld des Ereignisses auf möglichst vielen Kanälen kommuniziert werden.

Twitterwall: Eine Twitterwall ist für die Visualisierung aller Tweets sinnvoll. Dadurch können auch Nicht-Twitternutzer die Gespräche verfolgen. Wenn die Twitterwall in der Kultureinrichtung zu sehen ist, verschmelzen Online- und Offline-Welt.

Mehrwert bieten: Die Tweetups werden meist privat, mit viel Enthusiasmus und persönlichem Engagement organisiert. Ein Blick hinter die Kulissen, in Bereiche, die bei „normalen, öffentlichen Führungen/Besuchen nicht zu erleben sind, sei es ins Depot, in die Werkstätten oder Probenbesuche etc., können einen Anreiz bieten, um Twitterer für sich einzunehmen.

Moderation: In der Hand der Organisatoren sollte auch die Moderation liegen. Sie sollten das Geschehen genau beobachten, Fragen beantworten oder sich um die Beantwortung von Fragen kümmern. Das kann auch im Nachgang erfolgen.

Nachhaltigkeit: Da die Tweets innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden, ist es ratsam, dass Blogbeiträge über den Tweetup veröffentlicht werden. Durch die Berichterstattung bleibt der Event nachhaltig und langfristig gesichert (und kann als Referenz dienen).

Twittern, egal ob von Pressekonferenzen, Veranstaltungen oder speziellen Tweetups, ist keine „Spielerei“. Der Mehrwert und Nutzen solcher Aktionen liegt einerseits darin, die „Twitter-Gemeinde”, die weitab der realen Veranstaltung ist, teilhaben zu lassen und dass sich Gespräche und Diskussionen entwickeln, die sowohl für die Twitterer als auch für die Kultureinrichtung eine Bereicherung sind.

Wer Interesse hat, bei einem Kultur-Tweetup real oder virtuell dabei zu sein, hat am 22. März Gelegenheit dazu. Ab 12.30 heißt es im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt für eine Stunde „Tweet up your cultural life. Auf dem Programm des ersten Frankfurter KultUp (@KultUp, #ktwpffm) steht eine Kuratorenführung durch die aktuelle Ausstellung Warhol: Headlines.

Über die Autorin:
Ulrike Schmid ist Inhaberin der Kommunikationsberatung u.s.k., die für dialogische Kulturvermittlung durch PR steht. Zu ihren Dienstleistungen zählt u. a. auch das Twittern von Pressekonferenzen. Gemeinsam mit Tanja Neumann organisiert sie die Frankfurter Kultur-Tweetups, die nicht nur Museen im Blick haben, sondern die gesamt Bandbreite des Frankfurter Kulturangebots. Sie betreibt außerdem das Blog Kultur 2.0.

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  1. […] Museum für Moderne Kunst. Was ein Kultur-Tweetup ist und bezwecken soll, hat Ulrike Schmid in diesem Gastbeitrag für »kulturkurier inside« ausführlich […]

  2. […] unter einem Kultur-Tweetup zu verstehen ist, wurde an anderer Stelle von uns schon mehrfach beschrieben. Nur so viel: Bei KultUp handelt es um ein Twitter-Event, bei […]

  3. […] sowohl für die Rezipienten als auch für die Kultureinrichtungen geschrieben habe (etwa hier, hier oder auch in dieser Präsentation) möchte ich auch in dieser Stelle auf diese Veranstaltungsreihe […]

  4. […] Tweetups in Kultureinrichtungen? Dazu hat Ulrike eigentlich hier schon alles gesagt, was zu sagen war. An dieser Stelle sei auch Karin Janners Interview mit uns […]

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