Startnext gibt Projekten die Möglichkeit ihr Konzept auf der Online-Plattform startnext.de zu veröffentlichen um neue Wege der Kulturförderung zu betreten. Die meißten Veranstalter von kleinen und mittleren Projekten haben das Problem, dass hinten und vorne die Finanzierung nicht ausreicht. Deswegen gibt es Portale wie Startnext, die genau an diesem Bedürfnis anknüpfen und den Veranstaltern Türen öffnen. Das Konzept läuft so:

Mehr Infos unter: http://www.startnext.de/Info/FAQ.html

Mehr Infos unter: http://www.startnext.de/Info/FAQ.html

 

Das ist ein sehr spannendes Konzept, weswegen wir mal wieder näher bei startnext und einem der Gründer nachgefragt haben:

Mit Filmtrip.de gilt Tino Kreßner als „Film 2.0“-Pionier in Deutschland. Während seines Studiums Medientechnik (Bachelor) und Information and Communication Sciences (Master) hat er bei diversen Filmproduktionen als Produzent und Marketingverantwortlicher mitgearbeitet. Seine Abschlussarbeit hat zum Thema „Marketing 2.0“ geschrieben, für die er mit dem HORIZONT Award ausgezeichnet wurde. Als Geschäftsführer von tyclipso entwickelt er Kommunikationsstrategien im Social Web und leitet als Projektmanager die Entwicklung von Online-Software und mobilen Applikationen. Mit der Crowdfunding-Plattform startnext.de möchte er Projektinitiatoren ein Instrument für die Finanzierung durch Fans, Freunde und Firmen bereitstellen.

Ehrenamtlich ist er Gründer und Vorsitzender des cross-medialen Mediennetzwerkes Bewegende Bilder e.V.. (Quelle: www.xing.com/profile/Tino_Kressner)

1. Wie sind Sie darauf gekommen, Crowdfunding im speziellen für kleinere Projekte im Social Web anzubieten?

Bei der Umsetzung von kleinen medienkulturellen Projekten mit unserem Verein Bewegende Bilder e.V. haben wir diverse Finanzierungsmöglichkeiten ausprobiert. Viele Förderanträge sind abgelehnt wurden, weil die Projekte zu klein waren bzw. haben wir deshalb schon nicht in die Richtlinien gepasst haben. Bei den genehmigten Förderungen ist uns aufgefallen, dass der Aufwand der Beantragung und Abrechnung teilweise nicht im Verhältnis steht, was man tatsächlich an finanzieller Unterstützung bekommt.

Die deutsche Förderlandschaft ist sehr stark ausgeprägt  – darauf können wir stolz sein. Aber die Förderung beschränkt sich oft auf institutionelle Förderung, bei der ganze Häuser oder Ensembles gefördert werden. Kleine Projekte können leider auf Grund des bürokratischen Apparates der Förderung nur schwer Beachtung finden, sind aber dennoch für die Vielfalt der hiesigen Kultur- und Kreativlandschaft enorm wichtig.

Crowdfunding ist hier ein Instrument, um es jeder Idee zu ermöglichen, die eigene Zielgruppe und damit auch Finanzierung zu finden.

Von der Plattform profitieren die angebotenen Projekte sowie Firmen in Bezug auf ihr Kultursponsoring. Welche Projekte haben bei Ihnen bis jetzt den größten Erfolg aufweisen können?
Erfolg wird für jedes Projekt anders definiert. Richard Diamond hat es z.b. geschafft eine vom Aussterben bedrohte Hörspielreihe fortzusetzen oder das LOW Magazin konnte eine neue Ausgabe des eigenen Kunstmagazin produzieren. Der Barde Ranarion hat mit der Power seiner bisherigen YouTube Community nun endlich sein Debutalbum finanzieren können und das Podium Festival aus Esslingen hat den mutigen Sprung gewagt mit klassischer Musik sich komplett die Social Media Mechanismen zu erschließen und sich einer jungen Zielgruppe zu öffnen.

2. Nun läuft Ihre Plattform seit recht genau einem Jahr. Wie beurteilen Sie den Einstieg des Portals?

Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen der ersten sechs Monate, in den wir ca 140.000 € durch die Community in Kultur- und Kreativprojekte fließen lassen konnten. Über 2.000 Menschen haben bereits Projekte unterstützt und bislang haben wir ein monatliches Wachstum von ca. 30%. Wir wussten, dass die Akzeptanz für Crowdfunding bzw. auch dem Onlinepayment in Deutschland seine Zeit benötigen wird und sind hier auch noch lange nicht dort, wo Länder wie Amerika bereits sind. Hier wurden im vorigen Jahr bereits 40 Millionen US-Dollar in Projekte investiert über eine Plattform. Trotz oder gerade durch die sehr ausgeprägte Förderlandschaft freuen wir uns sehr über das Interesse seitens vieler Kultureinrichtungen und Institutionen, die die Möglichkeit der vielfältigen Projektfinanzierung als wichtiges Instrument bereits wahrnehmen.

3. Wo sehen Sie Ihr Portal in der nahen Zukunft? Haben Sie neue Pläne?

In der Zukunft sehe ich drei wesentliche Entwicklungen, die wir mit Startnext mitgestalten können:

1. Interkultureller Austausch: Die Plattform startnext.de wird internationaler und schon jetzt sind Kulturschaffende aus vielen Ländern aktiv – aber noch mit angezogener Handbremse auf Grund der noch nicht vollständigen Übersetzung der Plattform in andere Sprachen.
2. Kultursponsoring bzw. CCR: Mit der Corporate Cultural Responsibility könnten Unternehmen ein sehr modernes und zeitgemäßes Kommunikationsinstrument aufbauen und ihre Budgets von der reinen Werbung hin zur nachhaltigen Gestaltung der eigenen Kulturlandschaft investieren.
3. Mobiles Funding: Mit Startnext müssen wir dort sein, wo die Kreativen und deren Unterstützer sind. Die Verbreitung der mobilen Internetflatrates nimmt zu und auch die Bereitschaft per Handy zu bezahlen kommt langsam in die Köpfe der Menschen. Man stelle sich vor, eine Band präsentiert nach einem 2 Stunden Konzert mit großem Trommelwirbel ihre Pläne zur Produktion eines neuen Albums und Fans haben die Möglichkeit dies Wirklichkeit werden zu lassen. Noch beim Verlassen des Konzertsaals sollte man sich besondere Dankeschöns bei diesem Projekt sichern können.

Herzlichen Dank!

 

Weiterführende Links:
ZDF Mediathek: Crowdfunding – Kunst im Netz finanzieren
startnext.de
cofunding.de

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  1. […] über 1 Million Spendern für Projekte gesammelt. Den deutschen Dienst Startnext haben wir bereits ausführlich vorgestellt. Aber was ist dieses Crowdfunding eigentlich und wie, falls überhaupt, kann es von […]

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